Vogel des Jahres 2024: Erfolge im Wiesenbrüterschutz
03. Mai 2024
Das Schwäbische Donaumoos beherbergt eine Vielzahl von Vogelarten, darunter mindestens 140 Brutvogelarten. Der Kiebitz, Vogel des Jahres 2024, findet in dieser einzigartigen Landschaft einen wichtigen Lebensraum. Die Erfassung der Brutvogelpopulationen im Gebiet begann bereits vor Jahrzehnten und liefert heute wichtige Daten für den Naturschutz. Diese Daten werden von der ehrenamtlichen ornithologischen Arbeitsgruppe Schwäbisches Donaumoos erhoben.
Durch die frühzeitige Erfassung und gezielte Schutzmaßnahmen konnte der Rückgang der Kiebitzpopulation erkannt und verlangsamt werden. In den letzten Jahren zeigt sich sogar ein Anstieg des Bestandes, im Gegensatz zur bundesweiten Entwicklung, die Rückgänge von über 95% seit 1980 verzeichnet.
Im Rahmen des Projektes "Wiesenbrüter-Brutplatzmanagement" der Regierung von Schwaben (RvS) werden seit 2014 Brutvorkommen identifiziert und Landwirte aktiv in die Umsetzung von Schutzmaßnahmen einbezogen. Die Erfassung des Bruterfolgs zeigt, dass Kiebitzpaare in extensiv beweideten Grünlandgebieten oder auf Sekundärstandorten bessere Ergebnisse erzielen als in Ackerflächen. Eine wichtige Erkenntnis ist, dass im Donaumoos weder das Einzäunen von Gelegen noch das gezielte Management von Prädatoren erfolgt, da naturnahe Lebensräume den Prädationsdruck reduzieren können.
Insbesondere extensiv bewirtschaftete Weideflächen und Inselstandorte haben sich als die bedeutenden Brut-Hot-Spots erwiesen. Auf Nassflächen sind Füchse selten auf Mäusejagd, und Weidetiere wie Wasserbüffel und Hochlandrinder halten Bodenprädatoren fern und dienen so als natürlicher Schutz für den Kiebitz. Speziell Inselsituationen in Seen können Schutz vor Prädation bieten und hohe Bruterfolgsraten gewährleisten.
Aus unserer Erfahrung ist Wasser in der Landschaft der entscheidende Faktor und die Natur zeigt uns selbst was sie braucht: In nassen Frühjahren steigen die Brutpaarzahlen bis auf das Doppelte an.
Der Kiebitz profitiert im Schwäbischen Donaumoos von Vernässung, extensiver Beweidung und gezieltem Brutplatzmanagement. Anders als bundesweit steigen die Bestände hier wieder an – Wasser ist der Schlüssel zum Erfolg.