Tag der Feuchtgebiete
02. Februar 2026
Anlässlich des Tags der Feuchtgebiete am 2. Februar und des Welttags des Weltwassertags am 22. März rücken die beiden Landschaftspflegeverbände Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos e.V. (ARGE Donaumoos) und Donautal-Aktiv die Bedeutung von Wasser in der Landschaft in den Mittelpunkt. Dabei geht es nicht nur um Trinkwasserversorgung oder Hochwasserschutz, sondern um eine grundsätzliche Frage: Wie viel Wasser kann unsere Landschaft selbst speichern? Moore wie das Leipheimer Moos, das Gundelfinger Moos oder das Dattenhauser Ried wirken wie natürliche Wasserspeicher. Sie halten Niederschläge zurück und geben das Wasser zeitverzögert wieder ab. Wie eindrucksvoll dieser Effekt ist, zeigte sich in den vergangenen beiden Jahren: 2024 war von Hochwasser geprägt, 2025 dagegen von Niedrigwasser. In den Kerngebieten Leipheim und Gundelfingen blieben die Wasserstände dennoch vergleichsweise stabil. Der Grund liegt im Boden selbst. In feuchten Moorböden wird Wasser aufgenommen und teilweise über viele Monate gespeichert, bevor es langsam in Richtung Donau abgegeben wird. Der Moorboden wirkt dabei tatsächlich wie ein Schwamm. Ist er trocken, wird er wasserabweisend – Niederschläge fließen rasch in Gräben und weiter in die Flüsse ab. Ist er hingegen feucht, entsteht eine Sogwirkung: Wasser wird aufgenommen und stark verzögert wieder freigesetzt. Dieser Unterschied entscheidet darüber, ob Wasser in der Landschaft bleibt oder ungebremst abfließt. Über Jahrzehnte wurde Wasser gezielt möglichst schnell abgeführt – durch Entwässerungsgräben, Begradigungen und Drainagen. Heute sehen wir die Nebenwirkungen: sinkende Grundwasserstände, ausgetrocknete Böden und eine größere Anfälligkeit sowohl für Starkregen als auch für Dürreperioden. Vor allem aber geschieht dies bis heute vielerorts unkontrolliert – 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Wasser verlässt die Fläche kontinuierlich, unabhängig davon, ob es gerade gebraucht würde oder nicht. Genau hier liegt das Problem. Es geht nicht darum, Flächen „unter Wasser zu setzen“, sondern darum, Abflüsse wieder steuerbar zu machen – auch außerhalb der Moore. Kontrollierter Wasserrückhalt bedeutet im Umkehrschluss ebenso, dass bei zu hohen Wasserständen weiterhin eine geregelte Abgabe möglich ist. Ein System mit regulierbarem Zu- und Ablauf. „Wasser in der Landschaft zu halten ist eine Frage verantwortungsvoller Planung und langfristiger Sicherung unserer Lebensgrundlagen“, betont Raphael Rehm, Geschäftsführer der ARGE Donaumoos. „Jeder Liter, der im Boden gespeichert wird, stabilisiert Grundwasserstände, landwirtschaftliche Erträge und Ökosysteme – und stärkt damit die Widerstandsfähigkeit unserer Region.“, betont die Leiterin des Landschaftpflegeverbands bei Donautal-Aktiv Susanne Kling. Der internationale Aktionstag erinnert daran: Wasser ist kein selbstverständlicher Dauerzustand. Es ist eine Ressource, mit der wir sorgsamer umgehen müssen – nicht nur technisch, sondern landschaftlich.
Zum Tag der Feuchtgebiete betonen ARGE Donaumoos und Donautal-Aktiv die Bedeutung von Mooren als natürliche Wasserspeicher. Wiedervernässte Moorböden halten Niederschläge zurück, stabilisieren Wasserstände und stärken so Landschaft, Landwirtschaft und Ökosysteme.