Weitere Mehlprimeln für das Leipheimer Moos

04. Mai 2026

Wenn im Frühjahr die ersten zartvioletten Blüten der Mehlprimel (Primula farinosa) erscheinen, wird sichtbar, wie wertvoll die letzten kalkreichen Niedermoorflächen im Leipheimer Moos noch immer sind. Die seltene Art zählt zu den botanischen Besonderheiten Schwabens und kommt im Gebiet nur noch auf wenigen Quadratmetern vor.

Nachdem bereits im vergangenen Jahr erfolgreich Jungpflanzen ausgebracht werden konnten, wurde das Projekt nun fortgeführt: Erneut wurden Samen aus dem letzten natürlichen Bestand gesammelt, im Botanischen Garten der Universität Ulm zu Jungpflanzen aufgezogen und im Frühjahr im Leipheimer Moos ausgepflanzt. Rund 100 weitere Exemplare konnten so den stark gefährdeten Bestand stärken – einzelne Pflanzen stehen inzwischen bereits in Blüte.

Die Maßnahmen erfolgen im Rahmen eines über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Projekts zur Umsetzung von Natura 2000 im Leipheimer und Gundelfinger Moos. Finanziert wird das Vorhaben durch den Freistaat Bayern und die Regierung von Schwaben. Sämtliche Maßnahmen erfolgen in enger fachlicher Abstimmung mit den zuständigen Naturschutzbehörden und auf Grundlage entsprechender Genehmigungen.

Die Mehlprimel ist auf dauerhaft feuchte, nährstoffarme und kalkreiche Standorte angewiesen. Solche Lebensräume sind in Bayern selten geworden und auf eine angepasste Pflege sowie hohe Grundwasserstände angewiesen. Das Leipheimer Moos zählt dabei zu den wenigen verbliebenen Standorten der Art in Schwaben.

Die Pflanzaktion zeigt, wie gezielte Artenschutzmaßnahmen dazu beitragen können, seltene Moorarten langfristig zu erhalten. Gleichzeitig unterstreicht sie die Bedeutung der letzten Streuwiesen und Niedermoorflächen im Leipheimer Moos als wertvolle Rückzugsräume für hochspezialisierte Arten.



Weitere Mehlprimeln für das Leipheimer Moos
Weitere Mehlprimeln für das Leipheimer Moos

Mit viel Fingerspitzengefühl werden neue Mehlprimeln im Leipheimer Moos ausgepflanzt. Rund 100 Jungpflanzen stärken den letzten Bestand der seltenen Moorart in Schwaben.

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