Laubfrösche und Kammmolche im Gundelfinger Moos

03. Juni 2026

Erste Ergebnisse der laufenden Kartierungen zeigen erfreuliche Entwicklungen bei Amphibienarten des Gundelfinger Mooses. Besonders der Europäische Laubfrosch und der Nördliche Kammmolch scheinen von den hohen Wasserständen der vergangenen Jahre zu profitieren.

Während viele Pflanzenarten erst austreiben und die Hauptaktivitätszeit zahlreicher Insektenarten noch bevorsteht, befinden sich Amphibien bereits mitten in ihrer Fortpflanzungszeit. Entsprechend liefern die laufenden Amphibienkartierungen im Gundelfinger Moos schon jetzt erste spannende Ergebnisse. Besonders erfreulich sind die zahlreichen Nachweise des Europäischen Laubfroschs sowie des Nördlichen Kammmolchs. Beide Arten sind auf dauerhaft wasserführende, fischfreie Gewässer angewiesen und profitieren von einem guten Wasserangebot während ihrer Fortpflanzungszeit.

Hochwasser als Chance für den Artenschutz

Die außergewöhnlich hohen Wasserstände des Jahres 2024 wurden vielerorts als Herausforderung wahrgenommen. Für zahlreiche Amphibienarten stellten sie jedoch ideale Bedingungen dar. Temporäre Gewässer hielten deutlich länger Wasser, Laichplätze trockneten nicht vorzeitig aus und viele Jungtiere konnten ihre Entwicklung erfolgreich abschließen. Gerade beim Laubfrosch können solche günstigen Jahre eine entscheidende Rolle spielen. Die nun heranwachsenden Jungtiere benötigen zwar noch mehrere Jahre bis zur Geschlechtsreife, können dann aber die Bestände langfristig stabilisieren und die Grundlage für die nächste Generation bilden. Auch der Nördliche Kammmolch, eine europaweit geschützte Art der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH), dürfte von den günstigen Bedingungen profitieren. Im Gundelfinger Moos zählt er zu den wertgebenden Arten des Natura-2000-Gebietes. Bereits im EFRE-Projektantrag wurde die Förderung des Kammmolchs als wichtiges Ziel definiert. Durch Wiedervernässung, die Entwicklung neuer Kleingewässer und die Verbesserung bestehender Lebensräume sollen seine Bestände langfristig gesichert werden.

Wiedervernässung zeigt Wirkung

Das Gundelfinger Moos gehört zu den bedeutendsten Niedermoorgebieten Bayerns und Baden-Württembergs. Im Rahmen des Projekts „Innovativer Klimaschutz in Bayern – Natura-2000-Umsetzung im Schwäbischen Donaumoos“ werden Maßnahmen zur Wiedervernässung, zur Verbesserung der Biodiversität und zum Klimaschutz umgesetzt. Das Projekt wird von der Regierung von Schwaben gemeinsam mit der ARGE Donaumoos durchgeführt. Die aktuellen Amphibienkartierungen sind Teil des biologischen Monitorings. Neben Amphibien werden im Projekt auch Vegetation, Libellen, Heuschrecken, Tagfalter und Brutvögel untersucht, um die Wirkung der Maßnahmen wissenschaftlich zu begleiten. Die nun festgestellten hohen Amphibienzahlen sind ein ermutigendes Signal. Sie zeigen, dass naturnahe Wasserstände nicht nur dem Moorkörper und dem Klimaschutz dienen, sondern auch unmittelbar bedrohten Tierarten zugutekommen.

Langfristig denken

Naturschutzmaßnahmen wirken selten von heute auf morgen. Viele Pflanzenarten benötigen Jahre, bis sie auf veränderte Standortbedingungen reagieren. Auch bei Insekten entwickeln sich Populationen häufig zeitverzögert. Amphibien hingegen können günstige Bedingungen oft schneller nutzen. Die aktuellen Beobachtungen machen Hoffnung, dass die nassen Jahre den Grundstein für stabile Populationen von Laubfrosch und Kammmolch im Gundelfinger Moos gelegt haben. Ob sich dieser positive Trend dauerhaft fortsetzt, werden die weiteren Kartierungen der kommenden Jahre zeigen.

Förderhinweis

Das Projekt „Innovativer Klimaschutz in Bayern – Natura-2000-Umsetzung im Schwäbischen Donaumoos“ wird von der Regierung von Schwaben finanziert, in Kooperation mit der ARGE Donaumoos umgesetzt und durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie den Freistaat Bayern gefördert.

Laubfrösche und Kammmolche im Gundelfinger Moos
Laubfrösche und Kammmolche im Gundelfinger Moos

Erste Amphibienkartierungen im Gundelfinger Moos zeigen erfreuliche Ergebnisse: Besonders Laubfrosch und Kammmolch profitieren von den hohen Wasserständen der vergangenen Jahre. Das macht Hoffnung für die kommenden Generationen.

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