Kiebitzinseln und Feuchtmulden - Struktur schlägt Offenboden

11. August 2025

Der Kiebitz benötigt offene Flächen, vor allem aber Wasser und strukturreiche Lebensräume. Aus den Untersuchungen der letzten fünf Jahre wird deutlich: Nicht jede offene Ackerfläche ist ein guter Lebensraum. Entscheidend für den Bruterfolg sind Feuchtbereiche, flache Wasserstellen und eine vielfältige Vegetationsstruktur.

Besonders erfolgreich waren sogenannte Kiebitzinseln mit Wasser bzw. ausgesparte Feuchtmulden auf Ackerflächen. Dort erreichten die Kiebitze einen Bruterfolg von 1,38 flüggen Jungvögeln pro Brutpaar und lagen damit deutlich über dem Wert, der für einen langfristigen Bestandserhalt notwendig ist. Die feuchten Bereiche bieten Nahrung für die Küken, verbessern das Mikroklima und erschweren Bodenprädatoren wie dem Fuchs die Jagd.

Ganz anders verhielten sich Kiebitzinseln ohne Wasser. Obwohl hier offene Bodenstellen zur Verfügung standen, konnte kein einziger Jungvogel erfolgreich großgezogen werden. Die Ergebnisse zeigen, dass Offenboden allein nicht ausreicht. Erst die Kombination aus Feuchtigkeit, Nahrung und Struktur macht eine Fläche für den Kiebitz attraktiv.

Die Erfahrungen im Schwäbischen Donaumoos bestätigen daher: Bereits kleine ausgesparte Feuchtmulden oder temporär vernässte Bereiche innerhalb von Ackerflächen können einen erheblichen Beitrag zum Kiebitzschutz leisten. Solche flächigen Maßnahmen sind einfach umzusetzen, verursachen nur geringe Nutzungseinschränkungen und schaffen gleichzeitig wertvolle Lebensräume für zahlreiche weitere Arten.

Die Natur zeigt dabei selbst den Weg: Wo Wasser in der Landschaft gehalten wird, profitieren Kiebitze und andere Wiesenbrüter unmittelbar. Feuchte Senken und Kiebitzinseln mit Wasser gehören deshalb zu den wirksamsten Maßnahmen für den langfristigen Erhalt der Art im Schwäbischen Donaumoos.






Kiebitzinseln und Feuchtmulden - Struktur schlägt Offenboden
Kiebitzinseln und Feuchtmulden - Struktur schlägt Offenboden

Feuchte Senken und Kiebitzinseln mit Wasser zählen zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen für den Kiebitz. Sie bieten Nahrung, Schutz und erhöhen den Bruterfolg deutlich. Offenboden allein reicht nicht aus.

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