Gelegeschutz wirkt: Mehr Nachwuchs für den Kiebitz
02. Oktober 2020
Der Kiebitz war einst überall auf unseren Wiesen, Weiden und Äckern zu finden. Doch der Vogel mit seiner markanten Federholle am Kopf ist in vielen Bereichen unserer Region verschwunden. Durch Trockenlegung von Feuchtwiesen und dem Umbruch von Grünland zu Acker, ist der ursprüngliche Lebensraum des Kiebitzes weitestgehend verschwunden. Es fehlen Brachen, Sommergetreidefelder und Feuchtwiesen für Brut und Nahrungssuche. Die wenigen Vögel brüten daher immer häufiger auf Intensivgrünland und Ackerflächen. Das Problem: Nest und Eier sind sehr gut getarnt. Dadurch kommt es bei der Mahd und Bodenbearbeitung in jedem Frühjahr unbeabsichtigt zu hohen Verlusten von Gelegen und Jungvögeln. Speziell die Maissaat Ende April liegt mitten im Brutzeitraum der Kiebitze.
Wie schon die Jahre zuvor, wurde der Kiebitz im Leipheimer und Gundelfinger Moos auch dieses Jahr wieder intensiv von der „Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos e.V.“ (ARGE Donaumoos) betreut. Durch gezielte Maßnahmen wird versucht, den Bestand zu retten und optimale Lebensräume zu schaffen.
Eine davon ist der erfolgreiche Gelegeschutz, der gemeinsam mit zahlreichen Landwirten in den Projektgebieten praktiziert wurde: Der sichtbar brütende Altvogel verrät seine Neststelle. Wird von Ornithologen der ARGE Donaumoos ein brütender Kiebitz entdeckt, erfolgt die Kennzeichnung des Geleges. Dadurch kann die Zerstörung von Kiebitzgelegen durch einfaches Umfahren verhindert werden.
Damit der Bestand erhalten bleibt, sollte ein Bruterfolg von mindestens 0,8 erreicht werden. Von den ARGE-Mitarbeitern wurden in der Brutsaison 2020 insgesamt 46 Gelege und 33 flügge Jungvögel im Leipheimer und Gundelfinger Moos erfasst. Damit liegt der diesjährige Bruterfolg im Schwäbischen Donaumoos bei 0,72 und nur noch knapp unter der Grenze für die Bestandserhaltung (im Vorjahr betrug der Bruterfolg noch 0,45). Ob es sich bei dem deutlichen Anstieg tatsächlich um die Kehrtwende des Bruterfolgs beim Kiebitz im Schwäbischen Donaumoos handelt, das werden erst die Erfassungen der nächsten Jahre zeigen.
Großer Dank gilt allen unterstützenden Landwirten, ohne deren Hilfe und Mitwirken mit hoher Wahrscheinlichkeit kein Jungvogel das flugfähige Alter auf den Ackerflächen erreicht hätte. Wer nächstes Jahr bei den geförderten Kiebitz-Schutzmaßnahmen mitmachen möchte, kann sich gerne bei der ARGE Donaumoos unter Telefon
08221 / 74 41 oder per E-Mail an sekretariat@arge-donaumoos.de melden.
Durch Gelegeschutz und die enge Zusammenarbeit mit Landwirten konnte der Bruterfolg des Kiebitzes im Schwäbischen Donaumoos deutlich gesteigert werden. 2020 wurden 46 Gelege und 33 Jungvögel erfasst.