Brutzeit der Wiesenbrüter beginnt – Rücksicht hilft Kiebitz, Lerche und Rebhuhn

15. März 2026


Mit den ersten warmen Frühlingstagen beginnt im Schwäbischen Donaumoos die Brutzeit vieler bodenbrütender Vogelarten. Die Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos (ARGE Donaumoos) bittet deshalb um besondere Rücksicht – vor allem in ausgewiesenen Wiesenbrütergebieten. Schon kleine Störungen können während dieser sensiblen Zeit Nester gefährden.

Kiebitz und Feldlerche legen ihre Nester direkt auf Wiesen und Äckern an – meist nur als kleine, flache Mulde im Boden. Auch das Rebhuhn, der „Vogel des Jahres“, gehört zu den Bodenbrütern und nutzt vor allem Randstrukturen wie Brachen, Altgrasstreifen oder Feldraine als Brutplatz.
„Mit wenig Aufmerksamkeit kann jeder dazu beitragen, dass diese Arten weiterhin Teil unserer Landschaft bleiben“, erklärt Raphael Rehm, Geschäftsführer der ARGE Donaumoos. „Wer Wege einhält, Hunde in sensiblen Bereichen anleint und Hinweistafeln beachtet, hilft den Bodenbrütern ganz unmittelbar.“
Besonders im Fokus der Schutzmaßnahmen im Donaumoos steht der Kiebitz, dessen auffällige Balzflüge derzeit wieder vielerorts über den Feldern zu beobachten sind. Auch der Gesang der Feldlerche gehört zu den typischen Frühlingsboten der offenen Landschaft. Beide Arten sind in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen.
Ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Wiesenbrüter betrifft auch die landwirtschaftliche Bewirtschaftung der Wiesen. In Bayern gilt zum Schutz der Bodenbrüter ein Walzverbot auf Grünlandflächen ab dem 15. März bis zur ersten Mahd. Das Walzen dient in der Praxis vor allem dazu, Maulwurfshaufen oder Unebenheiten einzuarbeiten und eine gut mähbare Grasnarbe zu erhalten. Während der Brutzeit können dabei jedoch Nester zerstört werden.
Nicht jede Fläche muss jedoch jedes Jahr gewalzt werden. Gerade bei feuchten Böden oder auf bereits ebenen Wiesen verzichten manche Betriebe ohnehin darauf oder verschieben die Maßnahme. Jeder Betrieb, der seine Bewirtschaftung in dieser sensiblen Zeit anpasst, trägt damit zum Schutz der Wiesenbrüter bei.
„Der Schutz der Wiesenbrüter funktioniert nur gemeinsam mit der Landwirtschaft“, betont Rehm. „Viele Landwirte im Donaumoos engagieren sich bereits aktiv im Wiesenbrüterprojekt und unterstützen Schutzmaßnahmen auf ihren Flächen.“
Die ARGE Donaumoos begleitet seit vielen Jahren Maßnahmen zum Schutz von Wiesenbrütern in der Region – unter anderem durch Brutplatzmanagement, Beratung von Landwirten und Öffentlichkeitsarbeit. Das Projekt „Wiesenbrüter-Brutplatzmanagement“ wird durch den Freistaat Bayern gefördert und über die Regierung von Schwaben im Rahmen der Landschaftspflege- und Naturpark-Richtlinien (LNPR) unterstützt.
Gerade im Frühling lohnt sich ein genauer Blick über Wiesen und Felder: Balzende Kiebitze oder singende Feldlerchen zeigen, wie lebendig unsere Kulturlandschaft sein kann – wenn wir ihr den nötigen Raum lassen.



Brutzeit im Donaumoos: Bodenbrüter wie Kiebitz, Feldlerche und Rebhuhn sind besonders störanfällig. Rücksicht, angepasste Bewirtschaftung und Maßnahmen wie Walzverzicht helfen, ihre Nester zu schützen und den Bestand zu sichern.

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