ANL Jahrestag der Beweidung 2025 - Teil 2
05. November 2025
Beweidung als Schlüssel für lebendige Moore – Jahrestag der Beweidung in Leipheim
Leipheim. Wie aus nassen Flächen artenreiche Lebensräume werden, das konnten über 100 Fachleute beim „Jahrestag der Beweidung“ im Leipheimer Zehntstadel und im angrenzenden Donaumoos erleben. Die Bayerische Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege (ANL) veranstaltete die Fachtagung gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos e. V. (ARGE Donaumoos) – und das mit so großem Interesse, dass es nach dem ersten Termin am 26. September 2025am 5. November gleich eine zweite Auflage folgte.
Unter dem diesjährigen Schwerpunktthema „Feuchte und wiedervernässte Lebensräume beweiden“ standen Moor- und Feuchtflächen im Mittelpunkt, die durch gezielte Beweidung mit Wasserbüffeln, Dexter- oder Hochlandrindern gepflegt werden. Nach der Begrüßung durch Dr. Bettina Burkart-Aicher (ANL) sowie Dr. Raphael Rehm und Anja Schumann (ARGE Donaumoos) berichteten Referentinnen und Referenten aus ganz Bayern über ihre Erfahrungen. Deutlich wurde: Wiedervernässung ist der erste Schritt – die Beweidung macht daraus lebendige, strukturreiche Lebensräume mit hoher Artenvielfalt.
Beispiele aus dem Bayerischen Wald, dem Hafenlohrtal, dem Bayerischen Donaumoos und dem Landkreis Neu-Ulm zeigten eindrucksvoll, dass Rinder und Wasserbüffel entscheidend zur Entwicklung wertvoller Lebensräume für Vögel, Insekten und Amphibien beitragen können – vorausgesetzt, die Flächenmerkmale passen und das Management wird langfristig begleitet.
Am Nachmittag führte die Exkursion ins Leipheimer Moos, wo sich die Teilnehmenden selbst ein Bild vom Erfolg der letzten 15 Jahre machen konnten – von den ersten Versuchsflächen bis hin zu den heutigen großflächigen Weiden. Der Wasserbüffelhof und die Weidegemeinschaft Donaumoos GbR aus Riedheim stellten vor Ort ihre Arbeit vor, erklärten Herausforderungen und gaben spannende Einblicke in den Alltag zwischen Naturschutz und Landwirtschaft.
Auch bei der zweiten Veranstaltung am 5. November zeigte sich, wie groß das Interesse an der Beweidung als Moorschutzinstrument ist. Wieder standen der Austausch zwischen Fachleuten, Tierhaltern und Behörden im Mittelpunkt. Das positive Feedback ließ nicht lange auf sich warten – viele lobten die praxisnahe Organisation, das reibungslose Zusammenspiel im Zehntstadel, das engagierte Küchenteam von SoBe und die gastfreundliche Atmosphäre.
Ein besonderer Höhepunkt war der Abschluss der Exkursion: Bei herrlichem Sonnenuntergang und gleichzeitigem Aufgang von des Supermondes im Nebel zogen Kraniche und ein Seeadler über den Weidetieren hinweg – eine beeindruckendere Kulisse hätte man sich kaum wünschen können. So endete ein Tag, der eindrucksvoll zeigte, dass Beweidung auf feuchten und wiedervernässten Standorten eine Schlüsselrolle für erfolgreichen Moorschutz spielen kann – und dass es das Zusammenspiel von Ökologie, Praxis und engagierten Bewirtschaftern ist, das den Erfolg im Moorschutz möglich macht.
Und genau hier, mitten zwischen Donau und Alb, zeigt sich, wie lebendig und einzigartig unsere Heimat ist – ein Naturraum, den es zu bewahren und weiterzuentwickeln gilt. Oder, wie es Dr. Rehm, Geschäftsführer der ARGE Donaumoos zusammenfasste: „Man sieht hier, wie Landschaft lebt – und dass Moorschutz mehr sein kann als Stillstand, nämlich Bewegung, Dynamik und Vielfalt.“

Nach dem großen Interesse am ersten Termin Ende September fand am 5. November im Leipheimer Zehntstadel eine zweite Auflage des „Jahrestags der Beweidung“ statt. Neue Vorträge und eine Exkursion ins Leipheimer Moos zeigten, wie Beweidung auf nassen Flächen zum Moorschutz beiträgt – ein eindrucksvolles Beispiel für gelebten Naturschutz in unserer Heimat.