ARGE Donaumoos macht den Klimaeffekt der Wiedervernässung sichtbar
01. Juli 2026
ARGE Donaumoos macht den Klimaeffekt der Wiedervernässung sichtbar
Wie wichtig Wasser für das Landschaftsklima ist, zeigen aktuelle Wärmebildaufnahmen der ARGE Donaumoos eindrucksvoll. Mithilfe einer Wärmebilddrohne wurden wiedervernässte und entwässerte Torfflächen miteinander verglichen. Das Ergebnis ist eindeutig: Während wiedervernässte Moorflächen auch an heißen Sommertagen deutlich kühler bleiben, heizen sich trockene Moorböden massiv auf.
Die Aufnahmen zeigen Temperaturunterschiede von 10 bis 15 Grad Celsius zwischen wiedervernässten und trockenen Torfstichen – auf engstem Raum. Besonders deutlich wird der Effekt auf landwirtschaftlich genutzten Moorstandorten. Freiliegende schwarze Torfböden können sich bei intensiver Sonneneinstrahlung auf bis zu 50 Grad Celsius erwärmen.
„Die Bilder machen sichtbar, was bislang meist nur wissenschaftlich beschrieben wurde“, erklärt die ARGE Donaumoos. „Moore sind von Natur aus Kühllandschaften. Durch ihren hohen Wassergehalt wird ein großer Teil der Sonnenenergie für Verdunstung genutzt. Wird ein Moor entwässert, geht diese natürliche Kühlfunktion verloren. Stattdessen heizt sich der Boden stark auf und gibt die Wärme an die Umgebung ab.“
Die Wärmebildaufnahmen bestätigen damit eindrucksvoll aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse. Eine 2026 veröffentlichte Studie der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und des ECONICS Institute kommt zu dem Schluss, dass funktionierende Landschaften grün, feucht und kühl sein müssen. Die Forschenden zeigen, dass Vegetation und Wasser die entscheidenden Faktoren für die Temperaturregulierung einer Landschaft sind. Feuchtigkeit und Verdunstung senken die Oberflächentemperaturen, während trockene und degradierte Flächen deutlich heißer werden. Die Studie fordert deshalb, degradierte Landschaften wieder zu begrünen und zu vernässen, um ihre natürliche Klimafunktion zurückzugewinnen.
Für das Donaumoos bedeutet das: Entwässerte Moorflächen sind nicht nur bedeutende Quellen von Treibhausgasen. Sie entwickeln sich im Sommer auch zu regelrechten Hitzeinseln. Wiedervernässte Moore hingegen speichern Wasser, fördern die Verdunstung und wirken wie eine natürliche Klimaanlage für die Landschaft.
„Unsere Wärmebilder zeigen, dass Wiedervernässung weit mehr ist als Moor- oder Naturschutz“, so die ARGE Donaumoos. „Sie ist eine konkrete Klimaanpassungsmaßnahme. Jeder vernässte Hektar trägt dazu bei, die Landschaft zu kühlen, Wasser zurückzuhalten und die Folgen zunehmender Hitzeperioden abzumildern.“
Die ARGE Donaumoos sieht darin einen wichtigen Baustein für eine klimaresiliente Landentwicklung. Die Kombination aus wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Wärmebildaufnahmen aus dem Donaumoos macht deutlich: Intakte Moore kühlen die Landschaft – entwässerte Moore heizen sie auf. Wiedervernässung ist deshalb nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz durch die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, sondern auch eine Investition in ein widerstandsfähigeres Landschaftsklima.

Die Wärmebildaufnahme der ARGE Donaumoos zeigt den deutlichen Temperaturunterschied zwischen einer wiedervernässten Torffläche (links) und einer trockenen Moorfläche (rechts). Zwischen beiden Bereichen liegen bis zu 10 bis 15 Grad Celsius Unterschied. Auf trockenen Mooräckern mit freiliegendem schwarzem Torf können Oberflächentemperaturen von bis zu 50 °C erreicht werden. Die Aufnahmen verdeutlichen eindrucksvoll die natürliche Kühlfunktion wiedervernässter Moore.