Nachwuchs bei den Exmoorponies im Gundelfinger Moos

08. April 2026

Im Naturschutzgebiet Gundelfinger Moos gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Auf einer der extensiv beweideten Kernflächen wurde am 24. März ein gesundes Exmoorpony-Fohlen geboren. Der Nachwuchs ist Teil eines abgestimmten Beweidungskonzepts, das zur Pflege und Entwicklung der Moorflächen beiträgt.

Besonders bemerkenswert ist die Geschichte der Mutterstute: Die 18-jährige Stute „Smila“ wurde selbst auf den Flächen im Donaumoos geboren und hatte bislang nie ein Fohlen. Daher galt sie lange als nicht tragend und lief gemeinsam mit Hengsten und Wallachen in der Herde mit. Umso größer war die Überraschung, als kurz vor Ostern plötzlich das Fohlen zur Welt kam. Passend dazu trägt es den Namen „Sudden“. Aus tierärztlicher Sicht ist dabei alles unauffällig, die Entwicklung verläuft sehr gut.

Für „Sudden“ bringt das nicht nur Aufmerksamkeit, sondern perspektivisch auch eine gewisse Verantwortung mit sich – schließlich wird sie künftig selbst zur Pflege der Moorflächen beitragen. Die robusten Exmoorponys gelten als besonders geeignet für den Einsatz in Feuchtgebieten. Durch ihre Trittfestigkeit und ihr angepasstes Fressverhalten kommen sie auch mit nassen, wenig tragfähigen Böden zurecht und übernehmen dort eine wichtige Rolle in der Landschaftspflege. Diese Form der sogenannten Nassbeweidung trägt dazu bei, nasse Moorflächen offen zu halten und strukturreiche Lebensräume zu schaffen.

Die Beweidung mit Exmoorponys hat im Gundelfinger Moos eine lange Tradition: Bereits seit 1998 werden die Tiere hier gezielt zur naturnahen Landschaftspflege eingesetzt.

Im Schwäbischen Donaumoos wird gezielt auf eine Mischbeweidung mit Wasserbüffeln, Schottischen Hochlandrindern und Exmoorponys gesetzt. Die Tierarten ergänzen sich in ihrem Verhalten: Während Hochlandrinder und Wasserbüffel eher flächig und vergleichsweise wenig selektiv grasen, nutzen Ponys auch grobere Strukturen und schaffen durch Tritt kleinräumige Störungen. Dieses Zusammenspiel führt zu einer hohen Strukturvielfalt – eine wichtige Voraussetzung für viele spezialisierte Pflanzen- und Tierarten.

Die extensive Beweidung ist ein zentraler Baustein im Moorschutz. Sie verbindet den Erhalt offener Landschaften mit Klimaschutz und schafft Lebensräume für zahlreiche Arten. Gleichzeitig zeigt der aktuelle Nachwuchs, dass sich die Tiere unter den Bedingungen der wiedervernässten Moorflächen wohlfühlen und die Maßnahmen langfristig funktionieren.
Mit dem neuen Fohlen wächst somit nicht nur die Herde, sondern auch ein kleines Stück Zukunft für das Gundelfinger Moos.

Im Gundelfinger Moos wurde am 24.03. das Exmoorpony-Fohlen „Sudden“ geboren – eine Überraschung, da Mutterstute Smila (18) bisher als unfruchtbar galt. Die Tiere leisten durch Mischbeweidung mit Hochland-Rindern einen wichtigen Beitrag zum Moorschutz und zur Artenvielfalt.

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