Wasserbüffel im Einsatz für den Fledermausschutz
13. Juli 2026
Schlosswiese wird ökologisch weiterentwickelt
Auf der Schlosswiese bei Bächingen sind sie bereits eingezogen: Eine Herde Wasserbüffel beweidet seit Kurzem die Flächen und übernimmt damit eine wichtige Aufgabe für den Naturschutz. Die extensive Beweidung ist ein erster Schritt zur naturschutzfachlichen Weiterentwicklung der Schlosswiese im Rahmen des Verbundprojekts „Fledermausschutz durch Kuh und Co.“ (FleKuCo).
Auch wenn die geplante Wiedervernässung der Schlosswiese erst später im Projekt erfolgt, zeigen die Wasserbüffel bereits heute, welchen Beitrag sie für die Artenvielfalt leisten können. Durch ihr Fraßverhalten und ihre Trittspuren entstehen vielfältige Strukturen mit kurzrasigen Bereichen, höheren Vegetationsbeständen und offenen Bodenstellen. Dieses kleinräumige Mosaik bietet unterschiedlichen Insektenarten geeignete Lebensräume und erhöht damit das Nahrungsangebot für Fledermäuse. Die offenen und unterschiedlich hohen Vegetationsstrukturen erleichtern ihnen zugleich die Jagd über der Fläche. Mit der späteren Wiedervernässung kommen weitere feuchte Lebensräume hinzu, in denen sich insbesondere wassergebundene Insekten entwickeln können. So soll die Schlosswiese langfristig zu einem struktur- und insektenreichen Jagdlebensraum für Fledermäuse weiterentwickelt werden.
„Die Wasserbüffel sind unsere wichtigsten Landschaftspfleger“, erklärt Anja Schumann, stellv. Geschäftsführerin der ARGE Donaumoos. „Sie schaffen genau die abwechslungsreichen Lebensräume, die wir für eine artenreiche Kulturlandschaft brauchen. Die spätere Wiedervernässung wird diesen Effekt noch deutlich verstärken.“
Im weiteren Projektverlauf ist vorgesehen, die Schlosswiese schrittweise wieder stärker zu vernässen. Vorhandene Mulden und Altarmstrukturen sollen miteinander verbunden und über eine solarbetriebene Wasserförderung mit Wasser versorgt werden. So entstehen langfristig feuchte Weidelandschaften, die den Insekten zugutekommen. Fledermäuse sowie andere Artengruppen wie Amphibien, Libellen oder Wiesenvögel bekommen dadurch genug Nahrung.
Mit der Beweidung der Schlosswiese wird bereits heute ein wichtiger Baustein für dieses Ziel umgesetzt. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Naturschutz und nachhaltige Landwirtschaft Hand in Hand gehen können und wie robuste Weidetiere dazu beitragen, wertvolle Moor- und Feuchtlebensräume dauerhaft zu erhalten.

Wasserbüffel machen die Schlosswiese bei Bächingen zum vielfältigen Lebensraum: Ihre Beweidung fördert Insekten und verbessert das Nahrungsangebot für Fledermäuse. Eine spätere Wiedervernässung soll Artenvielfalt und Feuchtlebensräume weiter stärken.
Das Verbundprojekt "Fledermausschutz durch Kuh und Co." wird durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im Rahmen des Nationalen Artenhilfsprogramms (nAHP) gefördert.
Diese Website gibt die Auffassung und Meinung des Zuwendungsempfängers des Nationalen Artenhilfsprogramm wieder und muss nicht mit der Auffassung des Zuwendungsgebers übereinstimmen.

