Länderübergreifender Austausch: Paludikultur vom Moor bis zum Produkt

19. August 2026

Wie können wiedervernässte Moorflächen künftig landwirtschaftlich genutzt werden – und wie entstehen daraus regionale Wertschöpfungsketten? Mit diesen Fragen beschäftigte sich eine Exkursion im Schwäbischen Donaumoos, bei der sich Fachleute und Akteure aus verschiedenen Moorregionen Deutschlands über praktische Erfahrungen und Perspektiven der Paludikultur austauschten.

Anlass war der Besuch einer Delegation aus der Metropolregion Hamburg und norddeutschen Moorregionen im Schwäbischen Donaumoos. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bayern und Baden-Württemberg entstand daraus am 19. August ein länderübergreifender Austausch rund um Wiedervernässung, nasse Bewirtschaftung und die Verwertung von Moorbiomasse.

Unter dem Titel „Paludikultur – Ernte und regionale Wertschöpfung: Von der Wiedervernässung zur nachhaltigen Nutzung nasser Moorstandorte“ führte die Exkursion zu verschiedenen Stationen im Schwäbischen Donaumoos.

Den Auftakt bildete das Gundelfinger Moos. Dort erhielten die Gäste Einblicke in die geplante Wiedervernässung sowie in die Erfahrungen aus mehr als 35 Jahren Moorentwicklung. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die langjährige regionale Zusammenarbeit im Arbeitskreis Gundelfinger Moos.

Anschließend stand die praktische Nutzung nasser Moorstandorte im Mittelpunkt. Auf den Paludikultur-Versuchsflächen bei Günzburg wurden die Versuche der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf aus dem Projekt MOORuse sowie das Folgeprojekt MoorBeWi der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft vorgestellt.

Dabei ging es nicht nur um die Frage, was auf nassen Moorböden wachsen und geerntet werden kann, sondern vor allem um den nächsten Schritt: Was lässt sich aus der gewonnenen Biomasse machen – und wie können daraus wirtschaftlich tragfähige Perspektiven für Landwirtschaft und Region entstehen?

Bei Alpakas im Donaumoos wurden dazu verschiedene Paludiprodukte und Möglichkeiten zur stofflichen Verwertung der Biomasse vorgestellt. Im Mittelpunkt der Diskussion standen regionale Wertschöpfungsketten und die Frage, wie Erkenntnisse aus Forschungs- und Pilotprojekten stärker in die praktische Anwendung gebracht werden können.

Gerade der Austausch zwischen den unterschiedlichen Regionen machte deutlich, dass die Herausforderungen vielerorts ähnlich sind: Wiedervernässung allein reicht nicht aus. Wenn Moorböden dauerhaft nass bewirtschaftet werden sollen, braucht es gleichzeitig geeignete Technik, verlässliche Absatzmöglichkeiten, wirtschaftliche Perspektiven für die Landwirtschaft und funktionierende regionale Partnerschaften.

Der Besuch bot deshalb die Gelegenheit, Erfahrungen aus Nord- und Süddeutschland ebenso zusammenzubringen wie die unterschiedlichen Ansätze auf bayerischer und baden-württembergischer Seite des Schwäbischen Donaumooses.

Zum Abschluss richtete sich der Blick auf das Leipheimer Moos und damit auf mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Moorrenaturierung. Vorgestellt wurden unter anderem Wasserbüffelweiden als Instrument des Moormanagements, die Steuerung des Wasserhaushalts über Einlassbauwerke sowie unterschiedliche Beweidungssysteme mit Wasserbüffeln, Exmoorponys und Schottischen Hochlandrindern.

Für die ARGE Donaumoos ist gerade dieser Austausch über Regions- und Ländergrenzen hinweg von großer Bedeutung. Viele der Fragen, die mit Wiedervernässung und Paludikultur verbunden sind, lassen sich nicht innerhalb einzelner Projekte oder Verwaltungsgrenzen lösen. Umso wichtiger ist es, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam daran zu arbeiten, dass aus erfolgreichen Pilotprojekten langfristig tragfähige Lösungen für die Praxis entstehen.

Länderübergreifender Austausch: Paludikultur vom Moor bis zum Produkt
Länderübergreifender Austausch: Paludikultur vom Moor bis zum Produkt

Beim länderübergreifenden Austausch im Schwäbischen Donaumoos informierten sich Gäste aus Norddeutschland sowie Akteure aus Bayern und Baden-Württemberg über Wiedervernässung, Paludikultur und regionale Wertschöpfung aus Moorbiomasse.

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