• Wiedervernässtes Leipheimer Moos

  • Einleitungsstelle 1

  • Einleitungsstelle 2

  • Einleitungsstelle 3

  • Einleitungsstelle 4

Ergebnisse und Erfolge der Wiedervernässung mit der Nauleitung

Vergleich der Grundwasser-Flurabstände ohne und nach mehrmonatiger Nauwasser-Einleitung
Änderung der Vegetation in drei Teilbereichen nach mehrmonatiger Einleitung von Nauwasser
Anpassung der Brutplätze der Bekassinen an die neue Situation mit Wiedervernässung
Entwicklung der Bekassinen-Population im Leipheimer Moos in Abhängigkeit des Fortschrittes bei der Entbuschung der Torfstiche und der Wiedervernässung

Informationen zum aktuellen Betriebszustand der Nauleitung und den Pegelwerten finden Sie hier (mehr >>>) und zum Bau und der Historie hier (mehr >>>).

Im Frühjahr 2011 wurde beginnend am 22.3. die Nauleitung erstmalig längere Zeit in Betrieb genommen - bis Ende Juni ohne Unterbrechung mit wechselnden, an die meteorologische Situation angepassten Wassermengen von 15 bis 88 l/sec. Seither erfolgt die Wiederbewässerung immer wenn es die Wasserstände an den Grenzpegeln zulassen.

Mit diesem Einleitungsregime können mindestens 80 bis vielleicht 150 ha Moorfläche wiedervernässt werden. Auf wenigstens etwa 50ha erfolgt eine geringe bis mäßige Überstauung, auf der Restfläche steigt der Wasserstand wenigstens bis in den Wurzelraum und wird dadurch mittel- und langfristig eine Änderung der Vegetationsgesellschaften hin zu niedermoortypischen Gesellschaften bedingen. Eine detaillierte Auswertung der verschiedenen Unterflur-Wasserstände und den Vegetationsgesellschaften ist für die nächste Zeit geplant. Es lassen sich aber bereits jetzt große Erfolge erkennen. Die Lebewelt reagierte spontan äußerst positiv – beispielhaft:

  • weite Ausbreitung der Amphibien im Vernässungsbereich,
  • Zunahme der Bekassinen-Brutpopulation,
  • ungewöhnlich viele rufende Wasserrallen,
  • erfolgreiche Kiebitz- und Schwarzkehlchen-Bruten,
  • ständiges Jagdgebiet mehrerer Rohrweihen, vieler Rot- und Schwarzmilane, Baum- und Rotfußfalken,
  • bis zu 18 Weißstörche über mehrere Wochen regelmäßig im Gebiet,
  • Zunahme an Wollgras (Eriophorum angustifolium), Sumpfstendelwurz (Epipactis palustris) und Fleischfarbenem Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata),
  • Wandel flächiger Schafschwingel-Bestände in Seggenriede.

Es ist davon auszugehen, dass diese positiven Entwicklungen anhalten werden.


Daneben übernimmt das Moor auch wieder wichtige Aufgaben beim Klimaschutz und der Wasserspeicherung in der Landschaft. Erste vorsichtige Berechnungen und Abschätzungen zeigen, dass die Wiedervernässung des Leipheimer Mooses und der Erhalt der südlich angrenzenden Wiesen ca. 4.500 t CO2-Äquivalente pro Jahr einsparen. CO2-Äquivalente sind ein Maß für die Klimawirksamkeit. Dieser Wert entspricht dem CO2-Ausstoß von ca. 750 Personen, also 250 dreiköpfigen bayerischen Durchschnittsfamilien.

Allein mit der Vernässung der bayerischen Moore ließe sich der größte Teil der politisch formulierten Klimaschutzziele erreichen. Aber nicht nur das, die Wiedervernässung der Moore hilft auch beim Schutz vor Überschwemmungen: Erste vorsichtige Berechnungen zeigen, dass einfallender Regen im Leipheimer Moos nun gut eine Woche länger verweilt (und damit aus dem Blickwinkel des Hochwasserschutzes in der Fläche zurückgehalten wird) als im darunter liegenden Kieskörper. Dabei spielen Effekte wie die Füllung des Porenvolumens, von Mulden und Trockenrissen ebenso eine Rolle wie Aufnahme und Verdunstung über die Vegetation und nicht zuletzt Quelleffekte des noch natürlichen Torfes.

Die jetzige Situation mit den Grenzpegeln ist jedoch verbesserungsfähig, denn z. B. aufgrund von lokalen Starkregenereignissen in Verbindung mit relativ niedrigen Grenzwerten muss die Bewässerung zeitweise gedrosselt oder abgestellt werden, obwohl das Moor noch Wasser bräuchte. Die Pegelstandorte sind aus dieser Sicht nicht optimal bzw. die Grenzwerte spiegel nicht die tatsächlichen großflächigen Grundwasserstände wieder. Hier sollen weitere Auswertungen die Grundlagen für eine Anpassung des Wasserrechtsbescheides liefern, damit die Moorfunktionen möglichst optimal bedient werden können - immer jedoch ohne eine Gefährdung Dritter zu erzeugen.

Die Planung des Gesamtvorhabens und die laufende hydrologische Betreuung liegen beim Sachverständigenbüro Dr. Karl-Heinz Prösl, Hintelsberg 2, 84149 Velden (mehr >>>).

 

Informationen zum aktuellen Betriebszustand der Nauleitung und den Pegelwerten finden Sie hier (mehr >>>) und zum Bau und der Historie hier (mehr >>>).

An der Oberfläche sichtbare Vernässung nach wenigen Monaten erstmaliger Wiedervernässung über die Nauleitung