Landmarke Donaukies

Die Initiative Landmarke Donaukies setzt sich dafür ein, dass das alte "Vollmer-Kieswerk" zwischen Günzburg und Riedhausen erhalten wird. Hier soll eine moderne Informations- und Begegnungsstätte entstehen, an der auf ungewöhnliche Art die Geschichte des Schwäbischen Donaumooses erzählt wird, eine wechselvolle Geschichte im Spannungsfeld zwischen Hochwasser, Torfabbau, Schafbeweidung, Trockenheit, Kiesabbau, Siedlungsentwicklung, landwirtschaftlicher Nutzung, Wiesenbrüter-Gebiet, Naturschutz, Natura 2000, Erholungsnutzung, Wiedervernässung bis hin zum Klimaschutz. Kein einfaches Thema, aber ein Themenbereich, über den es sich zu erzählen und nachdenken lohnt. Und für dessen guter Zukunft es sich einzusetzen lohnt - für unser aller Heimat.

Dies soll hier an diesem umgewöhnlichen Ort mitten im Zentrum des Geschehens, mitten im Schwäbischen Donaumoos ermöglicht werden. Dazu muss das alte Kieswerk als Zeitzeuge stehen bleiben, dazu muss es gesteuert über die Jahrhunderte vergehen dürfen, dazu muss im Kieswerk eine Ausstellung aufgebaut werden und hin und wieder passende Veranstaltungen stattfinden, wie z. B. die Bengalische Feuertaufe anno 2014 oder die Lichtspiele und Trichterklänge 2015.

Auszug aus dem Erfahrungsbericht der Initiative (Download siehe nebenstehend):

Landmarke

Das Donautal ist eine flache Landschaft.
Die Siedlungen mit den Kirchtürmen liegen
weitab am Rande der Alb und an der Kante der Donau.
Mit 32 Meter Höhe ist das Vollmer-Kieswerk
die höchste Erhebung im Schwäbischen Donaumoos.
Es steht auf halbem Weg zwischen Günzburg und
Niederstotzingen und zwischen Leipheim und Gundelfingen.

Wanderwege und Radrouten können sich hier kreuzen.
Noch allerdings führen diese nicht dorthin.
Bislang ist dort nur einer der vielen Badeplätze.

Eine Landmarke ist mehr als nur eine topografische Orientierung.
Sie spricht über die Geschichte und sie bietet Informationen
zur bisherigen und künftigen Entwicklung im Schwäbischen Donaumoos.

Das Gerüst der Landmarke steht.
Die Wege dorthin sind noch zu bahnen.
Und die Aussagen über das Schwäbische Donaumoos
sollen dort gebündelt angeboten werden.

Das Schwäbische Donaumoos steht noch vor seiner Entdeckung
als regionaltouristische Perle.

Mit einer Landmarke bekommt diese Absicht ein Signal.

......

Bereits im Jahr 2008 war die Idee einer Industriekultur-Stätte am Vollmer-See Bestandteil der Bewerbung um eine Leader-Förderung der Landkreise Günzburg und Dillingen für die Region. Gespräche auf politischer Ebene und mit der Stadtverwaltung in Günzburg in der Folgezeit zeigten, dass erhebliche Bedenken gegen die Idee bestehen. Zum Einen soll das Kieswerk nach gültigem Rekultivierungsplan abgebaut werden, auch um ein „Zurück zu mehr Natur im Donaumoos” zu ermöglichen. Da es aber wegen den bereits jetzt nahe dem Kieswerk stattfindenden Bade- und vereinsgebundenen Seenutzungen sehr fraglich ist, ob das damalige Oberziel des Rekultivierungsplanes noch zu erreichen ist, ist es unserer Ansicht nach sinnvoll, diese Idee der „Landmarke Donaukies” offen zu diskutieren. Wohlgemerkt geht es nicht um eine touristische Attraktion mit viel „Rummel”, sondern darum die Landschaftsgeschichte des Schwäbischen Donaumooses, seine wechselvolle Vergangenheit, die interessante Gegenwart und die vielgestaltigen Ideen für die Zukunft an Ort und Stelle diskutieren zu können.
Dies ist auch der Grund, warum sich die ARGE Donaumoos hier engagiert. Wir halten eine vielschichtige Öffentlichkeitsarbeit zur Aufklärung über Sinn, Notwendigkeit und Zweck unserer Arbeiten für unabdingbar. Dabei wäre unserer Ansicht nach neben  dem von uns ins Leben gerufenen mooseum in Bächingen, unseren Infobriefen, Büchern, Führungen, Infotafeln etc. die Landmarke eine ideale - und eigentlich unverzichtbare - Ergänzung. Hier wäre es möglich, eine immerwährend begehbare Dauerausstellung zu etablieren, die natürlich auch von der Kolossal-Wirkung der alten Siebtrichter profitiert, außerdem mitten im Schwäbischen Donaumoos am originären Ort der Eingriffe und der Sanierungsbemühungen gelegen wäre. Von dort aus ließe sich auch ein Wanderwegenetz entwickeln und nicht zuletzt könnten seltene Konzerte und Kunstausstellungen auch vielleicht weniger an Natur interessierte Bürgerinnen und Bürger auf die Naturschätze des Donaumooses aufmerksam machen. Vorbedingung für alles ist natürlich eine entsprechende Naturverträglichkeit in Zeitbedarf, Raumausdehnung und Störwirkung.

Was ist in den letzten Jahren bei diesem Projekt geschehen?
Es wurden enorm viele Gespräche geführt, allein mit der Stadtverwaltung Günzburg und in Einzelfällen auch mit dem Stadtrat, weiteren politischen Vertretern und der Presse fanden allein zwischen 2010 und 2013 über 20 Termine statt. Besonders wichtig für das weitere Vorgehen war die Zustimmung des Stadtrates und des Landratsamtes als Genehmigungsbehörde zu einem zweistufigen, insgesamt 3jährigen Moratoriums: Bis Ende 2017 ist der im Rekultivierungsplan verfügte Zwang zum Abbau der Werkseinrichtungen ausgesetzt. Bis dahin muss die Initiative ein umsetzbares Konzept für den Erhalt und den Betrieb des alten Kieswerkes als Landmarke vorlegen.

Um eine möglichst breite Öffentlichkeit auf die Idee aufmerksam zu machen, wurden vor allem an zwei Hauptveranstaltungen das Kieswerk „in Szene” gesetzt, und zwar die „bengalische Feuertaufe” 2014 und die „Trichterklänge” 2015. Desweiteren gab es in 2015 sog. „offene Sonntage”, an denen Mitglieder der Initiative Besucher durch die kleine Ausstellung im Waaghaus führten und auch Rede und Antwort standen.

Infos zur Landmarke Donaukies

Aktuelles
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Bericht und Aufruf 2014
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Film der Lichtspiele und Trichterklänge
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Bengalische Feuertaufe der Landmarke Donaukies